Rhetorik für Juristen

mit René Borbonus

Rhetorik für Juristen: Das Plädoyer ist Ihr Beruf

Wer einen Schriftsatz verfasst, hat Zeit. Wer ein Plädoyer hält, hat keine. Was im Schriftsatz noch der zweite Gedanke retten kann, muss im Saal beim ersten sitzen. Der Auftritt trägt oder er trägt nicht, das Argument greift oder es verpufft, der Schluss überzeugt das Gericht oder er versickert in den Akten. Juristische Rhetorik ist deshalb keine Zierde des Berufs. Sie ist der Beruf, in dem Moment, in dem er öffentlich wird.

Eine Disziplin mit 2500 Jahren Vorlauf

Die forensische Rhetorik ist nicht über Nacht entstanden. Sie ist die älteste Anwendung der Rhetorik überhaupt. Das ist jene Kunst, die schon im fünften Jahrhundert vor Christus in Sizilien erfunden wurde, als enteignete Bürger ihr Land vor Gericht zurückforderten. Aristoteles hat sie systematisiert, Cicero hat sie zur Vollendung geführt, Quintilian hat sie an Generationen römischer Juristen weitergegeben. Wer heute ein Plädoyer hält, steht in dieser Linie, ob ihm das bewusst ist oder nicht.

Daraus folgt nichts Pathetisches, aber etwas Praktisches: Es gibt für die juristische Rhetorik einen Erfahrungsschatz, der weiter zurückreicht als das BGB. Vieles davon ist anwendbar, auch und gerade heute, wo Verfahren komplexer, Mandate anspruchsvoller und Auditorien skeptischer geworden sind.

Was die Rhetorik-Ausbildung für Juristen leistet

In den Seminaren von René Borbonus arbeiten Anwältinnen und Anwälte, Staatsanwälte, Richterinnen und Justiziare an dem, was hinter dem juristischen Auftritt steht: an der Struktur freier Reden, an der Klarheit der Argumentation, am Umgang mit Einwänden, an der eigenen Wirkung im Gespräch und vor Publikum.

Konkret heißt das, dass die Teilnehmenden lernen, gut strukturierte Reden zu entwickeln und frei zu halten. Sie üben, mit Widerspruch souverän umzugehen. Sie schärfen ihre Argumentation und ihren Umgang mit schwierigen Gesprächspartnern. Sie entwickeln eine Bühnenpräsenz, die nichts mit Show zu tun hat, sondern mit Klarheit, Konzentration und der ruhigen Autorität, die ein gut vorbereiteter Redner ausstrahlt. Das alles ist nicht juristisch thematisch, aber juristisch in höchstem Maße anwendbar. Wer die Grundfähigkeiten beherrscht, überträgt sie auf das Plädoyer, das Mandantengespräch, die Vernehmung, den Vortrag vor dem Aufsichtsrat oder das Interview ebenso selbstverständlich, wie ein guter Pianist von Beethoven zu Schumann wechselt.

„Wenn Menschen gute Ideen, gute Gründe, eine gute Mission haben, dann sollen sie gehört werden”, lautet das Credo von René Borbonus. Für den juristischen Beruf ist dieser Satz keine Sonntagsrede. Er ist die Beschreibung der Tätigkeit selbst: Eine Argumentation, die nicht durchdringt, ist eine verlorene Argumentation. Egal, wie richtig sie ist.

Die Rhetorik-Ausbildung mit René Borbonus

Die Rhetorik-Ausbildung von René Borbonus ist eine dreistufige Fortbildung, die das Handwerk systematisch entfaltet. Von der Strukturierung freier Reden über das Storytelling und die Präsentation bis hin zur Gesprächsrhetorik in Verhandlung und Konflikt. Sie ist nicht speziell für Juristen konzipiert und genau das ist ihre Stärke. Wer in gemischten Gruppen trainiert, lernt nicht nur die juristische Schlagseite seines Auftritts kennen, sondern auch, wie er auf andere Berufsgruppen, Mandanten und Laienöffentlichkeit wirkt. Diese Außenperspektive ist im Beruf wertvoll, nicht zuletzt, weil Gerichte zunehmend aus genau dieser Außenperspektive zuhören.

Jede Stufe dauert zwei Tage und findet im ehrwürdigen Seminarhaus „Lichtung an der Pegnitz” bei Hersbruck statt. Dort, wo Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt schon an der Theke saß, sind die Gruppen klein, die Atmosphäre konzentriert, die Übungen so angelegt, dass die eigene Wirkung systematisch wachsen kann. Mehr Details zu den drei Modulen finden Sie auf der Seite zur Rhetorik-Ausbildung.

Das Spezialseminar Rhetorik und Körpersprache

Für die juristische Praxis besonders ergiebig ist das zweitägige Spezialseminar Rhetorik und Körpersprache, das René Borbonus gemeinsam mit Stefan Verra leitet, einem der renommiertesten Körpersprache-Experten im deutschsprachigen Raum.

Im Gerichtssaal ist Körpersprache nicht Nebensache, sondern ein Teil der Beweisaufnahme im weitesten Sinn. Der Richter beobachtet die Anwältin, der Mandant beobachtet seinen Verteidiger, der Gegner beobachtet die Gegenseite. Wer weiß, was sein Körper sagt, während er spricht, hat einen Vorteil, der sich in keiner Akte dokumentieren lässt. Das Spezialseminar widmet sich genau diesem Vorteil und lehrt mit einer Methodik, die ebenso praxisnah wie wissenschaftlich fundiert ist.

Jetzt zum Rhetorikseminar für Juristen anmelden

Die Rhetorik ist die einzige Disziplin, in der das Recht öffentlich wird. Sie ist der Moment, in dem aus Paragraphen Argumente, aus Akten Worte, aus Vorbereitung Wirkung wird. Wer dieses Handwerk schärft, schärft seinen Beruf.

Für wen sich die Juristen-Fortbildung besonders lohnt

Die Rhetorik-Ausbildung und das Spezialseminar Rhetorik und Körpersprache richten sich an alle, die in juristischen Berufen das öffentliche Wort führen. Anwältinnen und Anwälte in der freien Praxis profitieren ebenso wie Syndikusanwälte in Unternehmen, Strafverteidiger ebenso wie Familienrechtler oder Wirtschaftsanwälte. Auch Richterinnen, Staatsanwälte und Notare nutzen die Seminare, wenn sie ihre Verhandlungsführung, ihre Vernehmungstechnik oder ihre Vortragspraxis weiterentwickeln wollen. Für Kanzleien mit internationaler Mandatsstruktur, in denen Communication Skills für Lawyers selbstverständlich zum Berufsbild gehören, bietet die Ausbildung außerdem das, was reine Legal English-Kurse nicht leisten: das rhetorische Fundament, auf dem solche Skills überhaupt erst tragen.

Häufige Fragen zur juristischen Rhetorik

Ist das Seminar speziell auf Juristen zugeschnitten?

Nein, und das ist Absicht. Die Rhetorik-Ausbildung findet in gemischten Gruppen statt. Wer als Jurist in dieser Konstellation übt, lernt nicht nur, wie er auf Kolleginnen und Kollegen wirkt, sondern auch, wie er bei Mandanten und vor Gericht ankommt, also bei einem Publikum, das selten juristisch geschult ist. Genau diese Außenperspektive ist im Beruf wertvoll.

Was unterscheidet juristische Rhetorik von allgemeiner Rhetorik?

Juristische Rhetorik ist im Kern allgemeine Rhetorik unter besonderen Bedingungen: hoher Vorbereitungsgrad, präzise Argumentationslogik, geringer Spielraum für rhetorische Experimente, hohes Risiko bei Fehlern. Die Grundprinzipien Klarheit, Struktur, Wirkung sind dieselben wie überall. Was sich unterscheidet, ist die Konsequenz, mit der sie eingehalten werden müssen.

Werden Plädoyer-Übungen Teil des Trainings sein?

Die Teilnehmenden bringen ihre eigenen Auftritte mit. Wer ein Plädoyer halten oder eine Gerichtsrede vortragen will, kann genau das im Seminar üben, natürlich mit der direkten Rückmeldung des Trainers. Die Ausbildung ist nicht juristisch thematisch, aber juristisch anwendbar. Was in der Lichtung trainiert wird, lässt sich am Montag im Gericht einsetzen.

Ist die Fortbildung für Berufseinsteiger oder Erfahrene gedacht?

Beides. Auch erfahrene Juristen beginnen bei René Borbonus in der Regel mit Modul 1, denn auch eine routinierte Praxis profitiert vom systematischen Blick auf die eigenen Grundlagen. Häufig ist der Effekt bei Erfahrenen sogar größer, denn sie erkennen alte Reflexe, die sich eingeschlichen haben, und ersetzen sie durch bewusste Entscheidungen. Berufseinsteiger wiederum legen mit Modul 1 das Fundament, das in der Referendarausbildung kaum vorkommt.

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